Der Harmonie-BLOG

Hunde in Harmonie(Danke für das Bild von cocoparisienne auf Pixabay)

Willkommen im BLOG - für mehr Harmonie in Dir und um Dich herum!

(Spirituelle Methoden sind kein Ersatz für medizinische oder verhaltenstherapeutische Untersuchungen und Behandlungen, oft aber wunderbare Ergänzung dazu. Alle vorgestellten bzw. von mir angewendeten Methoden sind naturwissenschaftlich umstritten und werden von der Lehrmedizin nicht anerkannt. Viele Tierhalter und mich haben sie dennoch überzeugt.)

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10.01.2020

Erziehungsarbeit ist Beziehungsarbeit

Laut Wikipedia versteht man unter Erziehung die pädagogische Einflussnahme auf die Entwicklung und das Verhalten Heranwachsender.

Für mich hört Erziehung jedoch keineswegs mit dem Erwachsen-sein auf. 
Sonst könnte ja kein ausgewachsener Second-Hand-Hund mehr erzogen werden. 
Oder gibt es dafür dann wieder einen anderen Begriff?

Und selbst Mitarbeiter, Kollegen, Klienten, Kunden, Lebenspartner „erziehen“ wir doch in gewisser Weise – wenn auch oft ganz unbewusst. 
Wir nehmen Einfluss auf die weitere Entwicklung und das Verhalten des anderen.

Und ganz zu schweigen von uns selbst – denn auch wir selbst verändern uns doch immer weiter. Wir erziehen uns quasi selbst durch unsere innere Ansicht, unsere Glaubenssätze, was sich gehört und was nicht usw.

Und außerdem werden wir von anderen erzogen. Von unserem Chef, Kunden, Kollegen, Lebenspartner, unserer Familie, Freunden, der Gesellschaft usw. 
Auch sie nehmen mit ihrem Tun oder Nicht-Tun Einfluss auf unsere Entwicklung und auf unser Verhalten. 
Vielleicht ganz subtil und für uns völlig unbewusst. Aber sie tun es. Genau wie wir selbst es tun. Vielleicht auch ganz unbewusst.

Unser aller Entwicklung ist doch mit dem 18. Lebensjahr nicht abgeschlossen – wäre ja auch schlimm, wenn wir uns dann nicht mehr verändern könnten. Nicht wahr?
Und die Entwicklung und das Verhalten unserer Tiergefährten sind eben auch noch längst nicht mit ihrem Erwachsen-werden in Stein gemeißelt.

Für mich versteht sich Erziehung außerdem als ganz normaler Teil einer Beziehung

Denn sie sollte doch unter anderem dazu dienen, gut miteinander auszukommen. 
Und wir erziehen nur, mit wem wir auch eine Beziehung in irgendeiner Form haben. Beziehungsweise können auch wir nur von Lebewesen erzogen werden, mit denen wir in irgendeiner Form in Beziehung stehen. 

Und dies führt dazu, dass nur eine gute BE-ziehung auch eine gute ER-ziehung erbringen kann
Denn stimmt in der Beziehung etwas nicht, ent-zieht sich uns unser Gegenüber immer weiter. So tun wir es doch auch – oder sollten es zumindest tun.

Doch wir wollen, dass unser Gegenüber „mit-zieht“. Nicht wahr? 
Und das trifft auf unsere Tiergefährten genauso zu, wie auf unsere Kinder, Lebenspartner, Freunde, Bekannte, Verwandte usw.

Mit allem was wir tun oder sagen – oder auch nicht tun oder sagen – nehmen wir Einfluss auf die Entwicklung und das Verhalten der anderen. 

Inwieweit diese Einflussnahme beim anderen „ankommt“ und für Veränderung in unserem Sinne sorgt, hat viel mit unserer Beziehung zueinander zu tun, aber auch mit der Beziehung zu uns selbst sowie mit der Beziehung des anderen zu sich selbst.

Sind wir in der Lage unsere Grenzen klar und deutlich zu zeigen? 
Kennen wir sie überhaupt? 
Wissen wir überhaupt, was wir wirklich wollen? 

Und kennen wir die Grenzen des anderen und seine Ziele und Wünsche?

Denn mit jeder Einflussnahme versuchen wir ja ein Stück weit den anderen zu verändern. Und der andere wiederum versucht uns zu verändern. Vielleicht nicht einmal bewusst gewollt. Aber unbewusstes Ziel ist ein möglichst harmonisches Zusammensein

Doch eigentlich ist das Ziel kein Punkt, den wir am Ende erreichen. Es ist ein dauerhafter Prozess, solange eine Beziehung besteht. 
Denn wie sich jeder einzelne in seinem Leben weiterentwickelt, entwickelt sich auch die Beziehung weiter. Stillstand gibt es im Leben nicht.

In diesem Zusammenhang sollten wir uns auch einmal fragen, was eigentlich das Ziel unserer Erziehung ist. 
Anstatt einfach zu erziehen, wie es „alle“ machen.

Was wollen wir eigentlich mit ihr erreichen?

Und weiter sollten wir uns fragen, was denn das Ziel des anderen sein könnte. 
Was seine Wünsche und Träume sind. 
Nur, wenn wir diese mit berücksichtigen, kann eine Beziehung und somit auch Erziehung wirklich „Früchte“ tragen.

Denn Erziehung kann den anderen in seiner Entwicklung fördern, ihn aber auch völlig einschränken. 
Erziehung kann natürliches Verhalten in passende Bahnen lenken, aber genauso auch natürliches Verhalten unterdrücken und somit innerlich krank oder seelisch „tot“ machen. 

Was wollen wir also erreichen? 

Und im nächsten Schritt: Wie können wir das erreichen? 

Was sollten wir dabei berücksichtigen, um aus dem anderen „SEIN Bestes“ herauszuentwickeln?

Unsere Kinder sollen sich „gut benehmen“, was aus sich machen, anderen helfen, …;
unsere Hunde gehorchen, …;
unsere Pferde das tun, was wir von ihnen erwarten, …;
unsere Katze immer schön lieb sein, …

Sind das unser Ziele bei der Erziehung?
Wenn ja – was ist denn dann überhaupt „gutes Benehmen“?
„Was aus sich machen“?
Was bedeutet für uns „gehorchen“ und „lieb sein“?

Sind das erstrebenswerte Ziele?

Und können wir überhaupt Ziele für andere definieren?

Denn es geht bei der Erziehung anderer ja in erster Linie um die anderen und nicht um uns. Auch wenn wir dadurch natürlich auch unsere eigenen Lebensbedingungen - vielleicht völlig unbewusst - verbessern möchten.

Andersherum sind wir mit dafür verantwortlich, dass unsere Kinder und die Tiere, die wir in unsere Obhut nehmen, sich gut in die Gemeinschaft einfügen, glücklich sind, ihr Leben leben usw.

Auch sind wir dafür verantwortlich, uns selbst in die Gemeinschaft einzufügen und das Beste daraus zu machen – somit heißt es auch, uns selbst sinnvoll mit zu erziehen. Genau wie in gewisser Weise unsere Lebenspartner, Geschäftspartner, Kunden, Kollegen, Chefs usw.

Nun gibt es Begriffe wie antiautoritäre und autoritäre Erziehung.

Für beide Möglichkeiten gibt es Vor- und Nachteile.
Strikte Verfechter der jeweiligen Form sehen praktisch nur die Vorteile und verdrängen (unbewusst) die Nachteile. 

Warum? – Die innere Einstellung macht’s. ;-)

Eigene Gefühle spielen hier eine große Rolle, die von der eigenen Einstellung, bewussten wie unbewussten Glaubenssätzen und Vorerfahrungen geprägt werden. 

Und eigene Gefühle sind es wiederum, die unsere weiteren Erfahrungen entstehen lassen, unsere Außenwahrnehmung beeinflussen und so wiederum Glaubenssätze und dadurch unsere inneren Ansichten verankern, bestehende verstärken oder verändern, was wiederum unsere Gefühle beeinflusst und mit hervorbringt usw. So schließt sich der Kreis.

Versuchen wir einmal objektiv die Situation der Erziehung und Beziehung zu betrachten:

Tiere untereinander und oft auch ganz kleine Kinder agieren und reagieren sehr intuitiv und natürlich nach ihrem Sein
Sie fühlen etwas und leben es in irgendeiner Form aus. [font=Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif]Meist sofort in dem Moment.[/font]
Entweder ganz direkt - oder eben verdeckt durch etwas ganz anderes

Und genau hier gibt es für ihr Gegenüber manchmal Verständnisprobleme
Warum gerade diese Wut, der Zorn, die Aggression? 
Ist es wirklich so gemeint oder steckt Unsicherheit, Überforderung, Frust oder was auch immer dahinter?

Etwas ältere Kinder, Jugendliche und wir Erwachsenen sind gar nicht so „anders“. 
Auch wir agieren und reagieren oft sehr intuitiv (unbewusst) und völlig natürlich nach unserem Sein. 

Nur ist es deutlich mehr von Glaubenssätzen, innerer Einstellung, sich daraus ergebenden Ansichten und Gefühle usw. beeinflusst. 
Denn wir wurden bereits ein Leben lang „erzogen“, werden es von unserem Umfeld auch weiterhin und erziehen uns auch ständig selbst.

Wir „wissen“ ja, was sich gehört und was nicht!

Doch: Wissen wir das wirklich?

Oder tun oder lassen wir die Dinge nur, weil wir glauben, dass es so sein muss? 
Dass es sich so „gehört“? 
Weil wir es so „gehört“ haben? 
Weil unsere Eltern, Erzieher, Geschwister, Kollegen, die Medien oder wer auch immer es so sagt?

Und stimmt das denn auch, was wir da so hören? 
Was uns da so gesagt wird? 
Und dementsprechend auch, was wir so von uns geben?

Es gibt Menschen, die scheinen ganz genau zu „wissen“, wie der Hase läuft. 
Die sagen und machen und tun, stülpen anderen ihre Meinung über, sind fest von etwas überzeugt und wollen auch alle anderen davon überzeugen. 
Und wer nicht folgt, hat eben keine Ahnung – oder muss „härter“ angefasst werden.

Wie schaut es mit unsicheren Menschen aus? 
Mit Menschen, die glauben, nicht genug zu „wissen“, um in einem Bereich für sich oder ihre Tiere, ihre Kinder, ihre Liebsten mitzuentscheiden, für sich selbst und ihre Liebsten einzustehen usw.?

Und dann gibt es da noch die sensiblen Menschen
Die, die es vielleicht wirklich „wissen“, aber sich nicht trauen, das auch zu zeigen, zu sagen, zu tun oder etwas auch mal sein zu lassen. 
Aus Angst ausgeschlossen zu werden vielleicht. 
Oder aus Angst, dass jemand sagt, sie hätten keine Ahnung. 
Oder aus welchem Grunde auch immer.

Obwohl hier sicher noch nicht alle „Menschentypen“ und Nuancen angesprochen wurden - vielleicht wird zumindest ein wenig klar: 

Wir ticken alle unterschiedlich. 

Und das hat einerseits mit dem zu tun, was uns „von da oben“ (oder von wem auch immer) mitgegeben wurde in dieses Leben, aber sehr viel auch damit, wie wir „erzogen“ wurden und welche Erfahrungen wir im Leben bisher gemacht haben. 

Und geprägt von all diesen Dingen, „erziehen“ wir nun auch mehr oder weniger die, die um uns sind, sowie auch uns selbst.

Viele von uns spüren in manchen Bereichen, dass wir vielleicht etwas anderes weitergeben möchten, als wir erfahren haben. 
Oder es anders weitergeben möchten, als es uns wiederfahren ist. 
Wir versuchen es möglichst gut zu machen.

Einige vertrauen „Experten“, andere probieren alles aus, was sie von ihrem vielleicht laienhaften Umfeld vorgelebt oder gesagt bekommen, wieder andere lassen sich überhaupt nicht „reinreden“, noch andere wissen nicht, wie und machen daher lieber gar nichts usw. 

Wie auch immer - viele von uns scheinen dabei ihre Wurzeln, ihre Natürlichkeit, ihre Intuition zu vernachlässigen, nicht wahrhaben zu wollen, zu verleugnen, anzuzweifeln oder den Zugang dazu einfach verloren zu haben oder was auch immer.

Ich glaube, dass dadurch erst all die verschiedenen Erziehungsmethoden, -stile, -mittel usw. entstehen mussten. Genau wie die Frage, ob autoritär oder antiautoritär erzogen werden sollte und vieles mehr.

Wir sind alle so unterschiedlich, haben unsere arteigenen Lebensschwerpunkte – Menschen für sich, Hunde für sich, Pferde, Katzen usw. Und hinzu kommen rassespezifische Schwerpunkte und dazu dann auch noch ganz individuelle.

Sollte Erziehung daher nicht genauso individuell sein?
Abhängig vom „zu-erziehenden“ Individuum genauso wie vom „Erziehenden“?

Und daher sollte Erziehung doch vielleicht zu aller erst bei uns selbst beginnen?
Bei unseren inneren Ansichten, unserer Einstellung, unseren (unbewussten) Glaubenssätzen und Ansichten?

Welche Werte habe ich überhaupt? In Bezug auf mich selbst, auf mein Umfeld, auf die ganze Welt, auf unser Leben,…?

Welche Ziele und Wünsche habe ich?

Und sind das auch die Ziele und Wünsche meiner Liebsten, meiner Kollegen, meines Chefs usw.?
In der Regel nicht oder nur teilweise.

Also sollten wir uns doch auch einmal fragen:
Was sind wohl die Ziele und Wünsche meiner Liebsten, Kollegen, Chefs usw.?
Vielleicht diese auch wirklich einmal fragen und ihnen zuhören. 
Ihre Ziele und Wünsche annehmen, ohne sie zu bewerten oder auch nur nachvollziehen zu müssen.

Dann auch weiter: 

Welche Einstellung habe ich zu mir selbst?
Zu meinem Aussehen?
Meinem Verhalten?
Zu meinem Leben?

Gefällt mir das so?
Will ich das so?

Und wenn nicht: 

Wie könnte ich das verändern?
Gerade in dieser Frage steckt soooo viel Potential.

Denn wie oft „wissen“ wir eigentlich, was wir verändern sollten oder möchten, tun es aber nicht?

Und warum tun wir das nicht?

Weil unser „innerer Schweinehund“ anderer Meinung ist.
Weil er vielleicht glaubt, dass uns diese Veränderung nicht „gut“ tut.
Oder aus Angst etwas zu verlieren. Ansehen, Aufmerksamkeit, Liebe vielleicht?

Solche und ähnliche Ängste sind oftmals eine große und starke Bremse in unserem Leben.

Doch im Vertrauen und mit Liebe lässt sich diese Angst annehmen und überwinden. 
Und dann ist der Weg frei für die Veränderung, die unser ganzes Leben „umkrempeln“ kann. Im „positiven“ Sinne.

Und wenn wir mit all unserer eigenen Erziehungsarbeit „fertig“ sind – … wobei wir eigentlich nie wirklich fertig sind. 
Denn es ist ein Prozess, der unser Leben lang anhält und nach Flexibilität schreit.

Es ist daher wichtig, uns immer wieder neu wahrzunehmen, wie wir gerade sind. 
Uns aufmerksam selbst beobachten, uns bewusst machen, was IST und ggf. anpassen, verändern, neue Perspektiven einnehmen und auch mal neue Wege gehen. 

Das ist Persönlichkeitsentwicklung – ein anderes Wort für Selbst-Erziehung. ;-)

Aber wenn wir hier an einem guten Punkt angekommen sind, können wir weiter hinterfragen:

Als Beispiel: Muss man wirklich immer vor seinem Hund durch die Tür gehen?
Woher kommt diese Idee überhaupt?
Hat sich das einfach irgendjemand ausgedacht und „alle“ glauben es?

Oder ist diese Idee aus der Angst heraus geboren?

Ehrlich gesagt – ich weiß nicht, wo diese Idee ihren „ursprünglichen Ursprung“ hat. 
Das ist aber auch gar nicht so wichtig. 
Die eigentliche Frage ist:
Macht es Sinn, immer vor seinem Hund durch die Tür zu gehen?

Und hierzu gibt es verschiedene Bereiche, die wir mit berücksichtigen dürfen. 
Zum einen unsere Sicht: Was habe ich davon?

Gehe ich zuerst raus und dann der Hund, kann ich zumindest schon mal schauen, ob Nachbars-Katze in Sicherheit ist oder der Erzfeind meines Hundes gerade an der Straße vorbei geführt wird. Macht also Sinn. Oder?

Aber beim Reingehen? Macht das auch Sinn?

Und innerhalb des Hauses - ist das da wirklich in jeder Situation, bei jedem Hund, bei jeder Tür, mit jedem Menschen notwendig?
 
Und dann auch einmal die Sicht des Hundes einnehmen: 
Nachbars-Katze würde er vielleicht gern zuerst sehen und sich – ob mit oder ohne Leine – auf die Verfolgung machen wollen, noch bevor wir die Türschwelle überschritten haben.

Schalten wir dann unsere Sicht dazwischen und denken an die stark befahrene Straße vor der Haustür – nee. Auch wenn das der Wunsch unseres Hundes sein sollte, macht das wohl nicht wirklich Sinn. 
Und aus Sicht von Nachbars-Katze sicher auch nicht.

Aber mal weiter zurück zu den Wurzeln, natürlicher gedacht:
Wild lebende Hunde oder ihr Vorfahr Wolf: Das Muttertier wird den sicheren Unterschlupf in der Regel zuerst verlassen oder zumindest den Kopf herausstecken, um abzuchecken, ob die Luft rein ist, bevor die Welpen heraustapsen. 

Hinein wird sie sicher mit als letztes gehen, um nach hinten absichern zu können. 
Das würde zumindest Sinn machen. Oder?

Innerhalb der Höhle gibt es keine 3 Zimmer, Küche, Bad. Aber im übertragenen Sinne ist der Bereich um die Höhle mit unseren Wohnungen vielleicht halbwegs vergleichbar. 
Läuft da immer das Alttier voraus?
Nein. Sicher nicht.

Gibt es Tabuzonen?
Vielleicht, wo Gefahr droht. Oder wo “Papa” mal in Ruhe pennen will.
Und ja, hier wird ein Alttier sich „schützend vor die Jungen schmeißen“ und sie am Weitergehen hindern bzw. “Papa” deutlich machen: Hier und jetzt nicht! 

In ähnlicher Form können wir das mit unseren Hunden halten - Erziehung auf hündische, ganz natürliche Art. 
Auch im Hinterkopf habend, dass unsere Hunde in gewisser Weise mehr oder weniger ewige Jungtiere bleiben. Denn sie sollen ja bei uns bleiben und mit der Pubertät nicht “ihr Ding” durchziehen. Stimmt’s?

Und schauen wir uns auch die Ziele an – was wollen wir mit unserer Erziehung eigentlich bewirken?
Unsere Kinder möchten wir vielleicht zu selbständigen, glücklichen, selbstsicheren, mitfühlenden, hilfsbereiten Erwachsenen werden lassen. Unsere Hunde dagegen vielleicht lieber eher unselbständig und in gewisser Weise von uns abhängig bleiben lassen.

Auch unsere und die Wünsche derer, die wir erziehen, sollten wir berücksichtigen. 
Möchten wir, dass unsere Katze die Vorhänge ganz lässt und die Blumen auf der Fensterbank stehen bleiben, braucht sie anderweitig Platz und Möglichkeit sich auszuleben usw.

Schauen wir uns außerdem auch einmal an, wie die verschiedenen Tierarten sich innerhalb ihrer Art erziehen: 
Pferde werden in Herden geboren, deren Leittier weiß, wo es Futter und Wasser gibt, welchen Gefahren besser mit Flucht aus dem Weg gegangen wird oder wo es besser ist, für sein „Recht“ einzustehen und zu kämpfen. 
Ähnlich weise können wir sie durchs Leben führen.

Ihre „Erziehungs-Energie“ wird häufig „rückwärts“ ausgeführt. 
Will heißen: Sie strahlen ihre Energie, um jemanden zu beeinflussen, oftmals mit ihrem Hinterteil aus. Was wir in gewisser Weise im Umgang mit ihnen übernehmen können.

Hunde dagegen strahlen mehr Energie über ihre Frontseite aus. 
Nutzen wir dieses Wissen doch auch in unserem Zusammenleben mit ihnen. Soll er an lockerer Leine neben uns gehen, teilen wir ihm das frontal mit, anstatt ein Bein vor seine Nase zu stellen.

Junghunde werden von erfahrenen Alttieren geführt und geleitet, geschützt und versorgt, bis sie bei der Versorgung der ganzen Truppe in Form von gemeinsamem Jagen mithelfen können. Also ihr Potential zum Wohl der ganzen Familie einbringen können. 
Hier liegen übertragen auf unser Zusammenleben wunderbare Möglichkeiten, unseren Hunden gegenüber souveräne, beschützende, führende, leitende und gemeinsam mit ihnen jagende “Alttiere” zu mimen.

Jungtiere in der Natur machen aber auch “ihr” Ding, gehen eigene Wege, um irgendwann selbständig anderswo eine Familie aufzubauen. Wollen wir das nicht, bleibt uns nichts anderes übrig, als sie in gewisser Weise unselbständig und von uns abhängig zu belassen.

Sie lernen natürlicherweise das meiste, indem sie ausprobieren, wohin und wieweit sie gehen können. Die Alttiere lassen alles laufen, sind aber sehr klar, ein Stopp zu setzen, wo es nötig ist. Und das so eindeutig und direkt, dass im weiteren Lebensverlauf schon kleine körpersprachliche und/oder stimmliche Anzeichen auf Entfernung genügen. 
Auch dies können wir in der Beziehung zu unseren Vierbeinern wunderbar nutzen.

Katzen wiederum werden – wenn sie noch klein sind – gepackt und getragen, sollten sie irgendwo nicht sein sollen. Ihre „Erziehungs-Energie“ ist auch eher frontal. 
Ihr Fauchen und den dadurch entstehenden Luftzug können wir beispielsweise in der Beziehung zu ihnen nutzen, indem wir sie mit einem Anpusten ins Gesicht stoppen, wenn sie eine Grenze (örtlich oder im Verhalten) übertreten.

Sieh dies bitte als Gedankenanstöße zum Weiterdenken…

Alles Liebe
Selina

Admin - 12:33 @ Menschen in Harmonie | Kommentar hinzufügen

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